BIG BOTTLES!

BIG BOTTLES – haben wir jetzt auch! Die Anmutung einer Magnumflasche, wenn man mit mehreren Personen am Tisch sitzt, fasziniert jeden Weinliebhaber. Da aber nicht nur die Optik einer Magnumflasche so bestechend ist, sondern auch der Inhalt dadurch nochmals feiner und geschmackvoller wird, haben wir uns dieses Jahr entschieden bei der Abfüllung auch ein paar Magnumflaschen abzufüllen. Eine Schlegelflasche in Magnum Größe ist definitiv toll! Lange haben wir überlegt, ob wir ein Etikett unserer 0,75l Flasche verwenden oder die Flaschen einfach nur mit einem weißen Permanent Marker beschriften sollen – wir haben uns dann doch für eine Art angepasstes Etikett entschieden. Uns gefallen sie und nächstes Jahr werden wir sicher wieder Magnums abfüllen…to be continued

AUF FLASCHE!

AUF FLASCHE – das heißt, wir haben abgefüllt! Sowohl unser Blanc de Noirs vom Lemberger – NEULING – als auch unser Riesling trocken – ERSTLING – sind jetzt in der Flasche und warten nur noch darauf etikettiert und getrunken zu werden. Auch wenn wir durch den Hagel letzten Juni ca. 40% Einbußen hatten und auch die Rebstöcke nach diesem Hagel lange gebraucht haben, bis sie wieder „normal“ gewachsen sind, so sind wird doch mit der letztlich dabei herausgekommenen Qualität sehr zufrieden.

Was sich hinter dem letzten Bild verbirgt, das erzählen wir ein anderes Mal.

 

BUFFLING – was?

Unser neuestes Projekt sind zwei kleine Weinberge, ein Gewürztraminer und ein Riesling „Alte Reben“. Die Riesling Rebstöcke sind mittlerweile 34 Jahre alt und dürfen damit zurecht als „Alte Reben“ bezeichnet werden. Da wir diese beiden Parzellen erst vergangenes Jahr aus einer konventionellen Bewirtschaftung übernommen haben, haben diese Beeren natürlich noch kein BIO-Siegel, werden jedoch von uns biologisch bewirtschaftet und sind in der Umstellung. Dies hat uns zunächst vor ein Problem gestellt – wir wussten nicht wirklich, was wir mit den Trauben machen sollen.
Ich liebe Gewürztraminer, wenn er gut gemacht ist. Er muss trocken oder halbtrocken ausgebaut sein, darf aber auf keinen Fall (wie früher meist geschehen) mehr als 12g Restzucker enthalten und genau das ist dann oft das Problem. Ein Gewürztraminer, der trocken ausgebaut wird, „spritet“ häufig, d.h. er riecht und schmeckt sehr nach Alkohol und Aceton und hat eine Schärfe bzw. Bitterkeit im Abgang. Das wollte ich auf keinen Fall. Aber unser Gewürztraminer hat mir dann ohnehin einen Strich durch die Rechnung gemacht und sich bockig gestellt. Gewürztraminer ist grundsätzlich eine sehr kleinbeerige Rebsorte und neigt auch sehr gerne zum „Verrieseln“. Das bedeutet, dass viele Blüten oder auch kleine Beeren vom Stielgerüst abgestoßen werden und die verbleibenden Beeren sich sehr unterschiedlich entwickeln. Gefühlt würde ich sagen war unser Gewürztraminer dieses Jahr etwas „pissed“, weil wir ihn nicht mehr konventionell bewirtschaftet und somit auch nicht mehr mit klassischem Stickstoff gedüngt haben … aber vielleicht war es auch einfach nur eine Laune der Natur, who knows?!

Also was blieben mir für Möglichkeiten bei dem doch eher geringen Ertrag des Gewürztraminers? Ich hätte mir vorstellen können einen, wie in Österreich gerne gemacht, „gemischten Satz“ ins Fass zu bringen, also beide nicht BIO Weinberge zusammenzuschmeißen und eine süffige,  leichte Cuvée in den Tank zu zaubern. Meine Frau fand das nicht so prickelnd und hat mich dann, mit unseren Freunden Marcel Idler und Andi Knauß zusammen, überredet doch lieber einen Pét Nat zu probieren. Also gut, machen wir halt einen Pét Nat – ich muss sagen, ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt tatsächlich erst einen echten Pét Nat probiert und fand diesen…na ja, nicht so ganz g’schmackig.
Die Lese war ebenfalls etwas schwierig, weil unser Gewürztraminer im September nochmal richtig zugelegt hat während hingegen der „Alten Reben“ Riesling doch eher gemächlich voran ging mit dem Zuckeraufbau. In Summe hat es dann gepasst, der Gewürztraminer mit etwa 100°Oe und der Riesling mit 82°Oe haben eine gute Kombination ergeben. Durch die hohen Außentemperaturen Ende September und Anfang Oktober ging es ab im Weinkeller und unser Pét Nat war schon nach rund einer Woche so weit, dass er nur noch etwa 25g Zucker hatte – also schnell auf Flasche ziehen!

Pét Nat auf Flasche ziehen, das klingt erstmal nicht sonderlich spannend, wenn man dann aber weiß, dass wir ja nur von rund 300 Flaschen sprechen, dann ist klar, das geht nur von Hand! Von Hand mit einem Mosel-Schwapphahn. Unser erster Einsatz mit diesem Hahn! Hinterher müssen dann natürlich die Flaschen direkt verschlossen werden. Also der Kronenkorken aufgebracht und mittels einer Hydraulikpresse fest an den Flaschenhals gepresst werden … und das mit 300 Flaschen – da weiß man, was man geschafft hat!

Wir haben also 300 Flaschen abgefüllt, verkorkt und zum Gären die Flaschen in einer Holzbox gestapelt. Ab November haben wir dann wöchentlich eine Flasche geöffnet, um den Stand der Gärung grob abschätzen zu können und Anfang Dezember war es dann auch soweit – die Gärung war größtenteils abgeschlossen und wir konnten uns dann endlich an die Etikettierung machen. Das Ergebnis hat uns jedenfalls alle freudig überrascht, der Pét Nat ist gelungen, durch und durch!

ABGEFÜLLT!

Abgefüllt – endlich haben wir unseren Riesling auf die Flasche gebracht. Wie geplant konnten wir im März den Riesling abfüllen – für uns ein Meilenstein! Aber ausruhen können wir uns nicht, zumal ja auch noch der Lemberger – Blanc de Noir irgendwann abgefüllt werden muss, aber das hat noch ein bisschen Zeit! Jetzt kümmern wir uns erst einmal um die Etiketten, Kartons, Geschenkboxen und was so alles noch benötigt wird.

DESIGN-DRINKING-PROCESS!

Der Design Drinking Process – was soll ich sagen, nachdem wir sehr lange nur halbherzig mit dem Thema Design und „wie sollen unsere Etiketten eigentlich aussehen“ gespielt haben, wurde es im Januar dann aber doch tatsächlich ernst und wir mussten uns zwingend notwendige Gedanken machen über das – wie wollen wir das Etikett gestalten?!

Der erste Ansatz war – wir wollen einzigartig sein!

Gut, das will sicher jedes Weingut, jeder Weinproduzent, aber wie wird man auf diesem hartumkämpften Markt einzigartig, wie gestaltet man eine Marke und ein Etikett, wenn man davon keine Ahnung hat? Also haben wir uns überlegt, wie wir in einer Weinhandlung einen Wein finden würden, wenn wir nur 30s Zeit haben uns alles anzuschauen. Genau, die Optik muss irgendwie knallen, ins Auge springen! Aber wie genau springt einem eine Flasche Wein ins Auge, wenn man nur kurz das Regal überfliegt? Anfangs hatten wir zarte graue Streifen im Blick, aber unsere ersten Entwürfe auf Büttenpapier mit einem Farbdrucker gedruckt und auf leere Flaschen aufgeklebt sahen dann doch eher mittelmäßig aus und hätten jetzt auch nicht unbedingt zum Einbrennen in die Netzhaut getaugt. Die Mehrzahl aller Etiketten ist schließlich weiß bzw. naturfarben als Grundton des Etiketts und da bringen graue Streifen auch keine wahnsinnige Coolness und Style rein. Was würde hängen bleiben – genau, rot oder schwarz, da würde man unweigerlich kurz innehalten und sich das Etikett anschauen!

Also, schon einmal einen Schritt weiter! Rot…rot sieht schon lässig aus, allerdings muss man dann genau auf den Farbton aufpassen, um nicht all zu sehr nach Hot-Glühwein-Punsch mit Kopfwehgarantie auszusehen und in welcher Farbe die Schrift dann gehalten sein muss…und überhaupt, wie soll das Schriftbild dann eigentlich aussehen?

Okay, schwarz! Schwarz oder dunkles grau haben per se ja schon einen gewissen Stylefaktor und gepaart mit einer weißen Schrift ist das immer zeitlos und irgendwie klassisch schön. Also, der Grundton des Etiketts war klar, 95%iges oder 100% schwarz soll es sein.  Jetzt also nur noch die Schrift…nur noch?! Okay, ich glaube, ich habe um die 200 Schrifttypen ausprobiert, teils dann auch wieder als Etikett ausgedruckt und aufgeklebt…es war zeitaufwändig und nervenaufreibend!

Aber auch die Schrift hatten wir dann irgendwann jetzt musste ja nur noch die Ausgestaltung stattfinden – äh, höre ich mich da sagen „nur noch“?! Gibt es ein einziges, die Flasche umspannendes Etikett, gibt es zwei Etiketten, was muss alles gesetzlich vorgeschrieben auf das Etikett, wo muss es hin und in welcher Größe und überhaupt…wie wollen wir den Wein eigentlich nennen? Nach dem ganzen Design Marathon kann man dann doch nicht einfach nur ein schnödes Eck & Simmerlein – Riesling trocken draufschreiben? Also, wieder zig Etiketten mit den unterschiedlichsten Weinbezeichnungen ausgedruckt und auf Flaschen geklebt…ohne Worte!

Sie sind geboren – ERSTLING unser Riesling trocken und NEULING unser Lemberger – Blanc de Noir…es war aber eine echt schwere Geburt!