LESEZEIT!

LESEZEIT – es ist soweit, durch den sehr schönen und warmen September ist es jetzt doch schon die Lesezeit angebrochen, aber vor allem, weil unser Gewürztraminer jetzt richtig Zucker aufgebaut hat. Da wir daraus ja einen Pét Nat mit unseren „Alte Reben“ Riesling Beeren machen wollen muss er nun runter. Wie ich ja schon einige Male geschrieben habe, war dieses Jahr nicht ganz einfach was das Wachstum der Beeren angeht und so hat sich unser Gewürztraminer zum Schluss nun doch noch entschieden richtig Gas zu geben und kam jetzt bei der Lese auch auf rund 100°Oe – also für den PétNat tendenziell etwas zu viel Zucker, zumal dann beim Gewürztraminer das blumig, fruchtige Aroma sehr stark zurückgeht, wenn er hohe Oechsle Grade erreicht. Problem war aber, dass direkt daneben der Riesling eben lange nicht in Fahrt kommen wollte, aber auch den haben wir jetzt mit rund 82°Oe vom Stock genommen. Lassen wir uns also überraschen, was aus unserem Pét Nat Versuch wird…unsere Lesecrew war jedenfalls hochmotiviert und hat sensationell gearbeitet!

GEHT DOCH!

Geht doch – na also! Jetzt, Ende September, kurz vor der Weinlese, können wir erst einmal Entwarnung geben. Der September hat sich von seiner schönen Seite gezeigt, zumindest für die Trauben und somit sind wir jetzt doch auf sehr gute Mostgewichte gekommen und vor allem die Qualität der verbliebenen Trauben ist schon sehr gut. Die Beeren haben nicht so viel Wasser, was definitiv den Ertrag reduzieren wird – wie viel, das wird sich nach der Lese zeigen, wenn die Beeren gepresst wurden.

 

GREEN POWER!

Green Power – jetzt, Ende Juli zeigt sich langsam, wie die Rebstöcke sich entwickeln und man bekommt eine erste Ahnung, wo die Beeren Entwicklung hingehen könnte – natürlich immer vorausgesetzt, dass kein Hagel mehr kommt, dass genügend Regen fällt, dass es nicht zu heiß wird, dass kein Schädlingsbefall auftritt, dass….

Okay, ihr seht, doch noch ziemlich vage das Ganze. So war es auch bei uns im Juli, die Rebstöcke hatten sich vom großen Hagel zwar halbwegs erholt, aber dafür waren sie nun gefühlt ein bisschen „eingeschnappt“ – sie wollten irgendwie nicht richtig weiter wachsen und auch die Beeren haben nicht den Wachstumsverlauf genommen, den wir erwartet hätten. Vielleicht war es nur reiner Zufall, Mangelerscheinung, zu hohe Temperaturen, zu wenig Wasser, was auch immer, jedenfalls haben die Beeren in den betroffenen Weinbergen nicht mehr so richtig Fahrt aufgenommen beim Wachstum. Aber warten wir es ab, noch ist die Lese gute 60, 70 Tage entfernt, da kann noch viel passieren.

LESE!

Lese – jetzt haben wir das ganze Jahr über gezittert, gebangt und gehofft, dass das Wetter mitspielt und wir wieder ein tolles Weinjahr bekommen und dann war alles bestens…nur die Lese nicht! Wir mussten, weil unser Lemberger dann tatsächlich schon auf dem Höhepunkt angekommen war, unsere Lese auf den 03. Oktober vorziehen – der gefühlt schlechteste Tage im ganzen Oktober – bei 9 Grad und Regen haben wir uns an die Lese gemacht. Leider nichts mit Weinlese Romantik und schönem Spätsommer Event – es war kalt, nass und ungemütlich! Nachdem wir den Riesling gelesen hatten – unsere Helfer waren schon beinahe im Streik – hatte der Wettergott dann aber doch noch ein Einsehen mit uns und hat den Wind und den Regen abgestellt, so dass wir unsere Lemberger Trauben doch noch von den Stöcken holen. Aber auch unsere Freunde vom Weingut Idler, auf der anderen Seite von Strümpfelbach mussten an diesem unschönen Tag ran und lesen. Die Lese konnten wir somit dann noch vernünftig über die Bühne bringen. Jetzt hoffen wir, dass das Lesegut über den Winter im Weinkeller eine gute Figur abgibt und zu einem tollen Wein heranreift, es bleibt also spannend…!