DER GROSSE REGEN – Part II

DER GROSSE REGEN Part II! – Der Juli wurde also auch nicht wirklich besser, im Gegenteil, Starkregen, Nässe und Kälte wurden immer schlimmer – ohne Worte! Das Thema Pero ging also auch im Juli weiter und teilweise so schlimm, dass die Kollegen ihre Weinberge gar nicht mehr richtig bewirtschaften konnten, weil durch den Starkregen die Böden so aufgeweicht waren, dass ein schwerer Schlepper gar nicht mehr gefahrlos einen Weinberg befahren konnte – Tragik ohne Ende, im Süden brennt es, im Norden kommen Sturzfluten durch die Flusstäler geschossen und reißen ganze Ortschaften mit sich. Leider wird der Juli 2021 immer im Gedächtnis bleiben, aber nicht, weil er so schön gewesen ist, sondern weil er Menschenleben und Existenzen gekostet hat!

DER GROSSE REGEN!

DER GROSSE REGEN! Das Jahr hat vielversprechend angefangen – zwei neue Weinberge, gutes Wetter, alles okay! Dann ging es schon los mit der anhaltenden und teilweise heftigen Kälte im Mai, so dass sich das Pflanzenwachstum um etwa zwei bis drei Wochen nach hinten verschoben hat (unsere Obstbäume hat es dabei hart getroffen – 80% Frostschaden und der Rest wurde nicht bestäubt, weil es den Bienen zu kalt war). Aber das viel größere Problem war, dass uns, speziell beim Lemberger, ganz viele Blütenansätze erfroren sind, so wie es momentan den Anschein hat, wird es dieses Jahr wieder nur eine mickrige Ausbeute bei unserem Blanc de Noirs vom Lemberger.

Dann ging es aber los, mit der Wärme und dem Regen! Dass der Boden Wasser brauchte – keine Frage, aber dass es nun im Juni so viel Wasser mit wechselweise so hohen Temperaturen geben musste…tödlich für die Beeren und Trauben! Ich sage nur Peronospora – der falsche Mehltau (wen es interessiert Plasmopora viticola), der ganze Jahrgänge innerhalb kürzester Zeit vernichten kann. Pero, wie man als Winzer dazu sagt, fühlt sich besonders wohl, wenn es nachts um die 12°C hat und zusätzlich hohe Luftfeuchtigkeit oder gar Blätternässe besteht. Tagsüber dann 22-27°C und wir haben das ideale Wetter für diesen kleinen, fiesen Gegner. Das Wetter im Juni war also perfekt, um Pero, mit seinen sogenannten Ölflecken, wunderbar auszubilden und uns Winzer auf Trab zu halten. Wir haben das Glück (oder Pech – wie man will), dass wir unsere Weinberge komplett von Hand bearbeiten und den Pflanzenschutz ausschließlich mit der Motorspritze durchführen, so hatten wir keine Probleme mit den völlig durchnässten Böden und konnten unseren Pflanzenschutz halbwegs punktgenau an die Stöcke bringen. Unsere Freunde und Kollegen hat es da viel schlimmer getroffen, die konnten ihre großen Weinberge teilweise aufgrund der Nässe nicht mehr mit dem Schlepper befahren und somit war auch kein Pflanzenschutz mehr möglich – echt ziemlich besch…eiden für die Kollegen!

Was macht also Pero mit unseren Beeren? Es lässt sie quasi vertrocknen. Alle befallenen Teile färben sich durch Absterben des Gewebes braun. Infektionen nach der Blüte führen zu den sogenannten Lederbeeren. Der Pilz dringt über Spaltöffnungen in das grüne Rebgewebe ein und zerstört dieses nach und nach, so dass die Beeren braun-violett werden, schrumpfen und absterben. Auch das Stilgerüst stirbt ab und es bleibt fast nichts mehr übrig, jedenfalls nichts, was sich noch verwerten lassen könnte.

Die sogenannten Ölflecken sind also das erste Anzeichen für einen Peronospora Befall. Es bilden sich auf der Blattoberseite gelbliche Flecken und auf der Unterseite sprießt nach eine Inkubationszeit von 4-5 Tagen dann ein weißer Pilzrasen, das untrügliche Zeichen für Falschen Mehltau – Peronospora. Wie wird man also diesem Fiesling Herr – man spritzt ein Kontaktfungizid, was bei uns Öko-Winzern also letztlich nur ein Kupfersulfat ist. Wir nutzen ein tribasisches Kupfersulfat, das auch eine vorbeugende Wirkung gegen Pero hat. Vorbeugend bedeutet aber wiederum, dass man seine Spritzabstände, Blatt Benetzung und Wirkung gut im Auge behalten muss sonst hat man den kleinen Scheißer schneller als man denkt!

Jetzt hoffen wir mal, dass der Sommer noch kommt und dass der Juli und August bestes Wein-Wetter bringen, dann können wir vielleicht noch was retten!

Bis dahin…