ABGEFÜLLT!

Abgefüllt – endlich haben wir unseren Riesling auf die Flasche gebracht. Wie geplant konnten wir im März den Riesling abfüllen – für uns ein Meilenstein! Aber ausruhen können wir uns nicht, zumal ja auch noch der Lemberger – Blanc de Noir irgendwann abgefüllt werden muss, aber das hat noch ein bisschen Zeit! Jetzt kümmern wir uns erst einmal um die Etiketten, Kartons, Geschenkboxen und was so alles noch benötigt wird.

DESIGN-DRINKING-PROCESS!

Der Design Drinking Process – was soll ich sagen, nachdem wir sehr lange nur halbherzig mit dem Thema Design und „wie sollen unsere Etiketten eigentlich aussehen“ gespielt haben, wurde es im Januar dann aber doch tatsächlich ernst und wir mussten uns zwingend notwendige Gedanken machen über das – wie wollen wir das Etikett gestalten?!

Der erste Ansatz war – wir wollen einzigartig sein!

Gut, das will sicher jedes Weingut, jeder Weinproduzent, aber wie wird man auf diesem hartumkämpften Markt einzigartig, wie gestaltet man eine Marke und ein Etikett, wenn man davon keine Ahnung hat? Also haben wir uns überlegt, wie wir in einer Weinhandlung einen Wein finden würden, wenn wir nur 30s Zeit haben uns alles anzuschauen. Genau, die Optik muss irgendwie knallen, ins Auge springen! Aber wie genau springt einem eine Flasche Wein ins Auge, wenn man nur kurz das Regal überfliegt? Anfangs hatten wir zarte graue Streifen im Blick, aber unsere ersten Entwürfe auf Büttenpapier mit einem Farbdrucker gedruckt und auf leere Flaschen aufgeklebt sahen dann doch eher mittelmäßig aus und hätten jetzt auch nicht unbedingt zum Einbrennen in die Netzhaut getaugt. Die Mehrzahl aller Etiketten ist schließlich weiß bzw. naturfarben als Grundton des Etiketts und da bringen graue Streifen auch keine wahnsinnige Coolness und Style rein. Was würde hängen bleiben – genau, rot oder schwarz, da würde man unweigerlich kurz innehalten und sich das Etikett anschauen!

Also, schon einmal einen Schritt weiter! Rot…rot sieht schon lässig aus, allerdings muss man dann genau auf den Farbton aufpassen, um nicht all zu sehr nach Hot-Glühwein-Punsch mit Kopfwehgarantie auszusehen und in welcher Farbe die Schrift dann gehalten sein muss…und überhaupt, wie soll das Schriftbild dann eigentlich aussehen?

Okay, schwarz! Schwarz oder dunkles grau haben per se ja schon einen gewissen Stylefaktor und gepaart mit einer weißen Schrift ist das immer zeitlos und irgendwie klassisch schön. Also, der Grundton des Etiketts war klar, 95%iges oder 100% schwarz soll es sein.  Jetzt also nur noch die Schrift…nur noch?! Okay, ich glaube, ich habe um die 200 Schrifttypen ausprobiert, teils dann auch wieder als Etikett ausgedruckt und aufgeklebt…es war zeitaufwändig und nervenaufreibend!

Aber auch die Schrift hatten wir dann irgendwann jetzt musste ja nur noch die Ausgestaltung stattfinden – äh, höre ich mich da sagen „nur noch“?! Gibt es ein einziges, die Flasche umspannendes Etikett, gibt es zwei Etiketten, was muss alles gesetzlich vorgeschrieben auf das Etikett, wo muss es hin und in welcher Größe und überhaupt…wie wollen wir den Wein eigentlich nennen? Nach dem ganzen Design Marathon kann man dann doch nicht einfach nur ein schnödes Eck & Simmerlein – Riesling trocken draufschreiben? Also, wieder zig Etiketten mit den unterschiedlichsten Weinbezeichnungen ausgedruckt und auf Flaschen geklebt…ohne Worte!

Sie sind geboren – ERSTLING unser Riesling trocken und NEULING unser Lemberger – Blanc de Noir…es war aber eine echt schwere Geburt!

FRÜHLINGSERWACHEN

Der Winter neigt sich dem Ende und die Reben müssen langsam auf das Frühjahr vorbereitet werden – das Schneiden und Binden der Reben steht an. Wir haben uns für einen radikalen Rückschnitt der teils mehrjährigen Zweistrecker Erziehung entschlossen – allerdings waren wir uns auch nicht sicher, ob uns das die Reben vielleicht doch übel nehmen, immerhin sind es Rebstöcke, die schon viele Jahre auf dem Buckel haben. Um es aber vorweg zu nehmen, jetzt, Ende Mai sehen alle Rebstöcke sehr gut aus und treiben hervorragend aus.